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Ein Disclaimer vorneweg: Ich bin Mitinhaber einer Agentur, die Dienstleistungen im Bereich des Social-Media-Marketings anbietet. Daher bin ich natürlich daran interessiert, dass Unternehmen Social Media nicht ausschließlich intern abbilden. Aber trotzdem habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, ob und wann das Beauftragen eines externen Dienstleisters Sinn macht.

Beginnen wir mit den Argumenten, die für das Outsourcen sprechen. 

Social Media wird immer komplexer

Die Social-Media-Welt ist schnelllebig. Sogar wer dich regelmäßig über neueste Trends informiert, verliert irgendwann den Überblick über neue Plattformen oder neue Funktionalitäten in etablierten sozialen Netzwerken. Das ist dann ein bisschen so, wie wenn der Hausarzt einen Patienten an einen Facharzt überweist. Nehmen wir an, du willst wissen, ob TikTok für deine Marke relevant werden kann. Du selbst nutzt es aber überhaupt nicht und kennst es nur, weil deine Kinder davon begeistert sind – hole dir externes Know-how, um eine realistische Einschätzung zu bekommen.

Betriebsblindheit vermeiden

„Das haben wir schon immer so gemacht“ – wer hat diese Aussage nicht schon einmal gehört? Aber man keine eine Sache auch jahrelang nicht richtig machen. In den sozialen Netzwerken wird deshalb oft viel Potenzial verschenkt. Was also tun? En neutraler Blick ohne Scheuklappen auf den aktuellen Social-Media-Auftritt bringt ganz neue Erkenntnisse und frische Impulse.

Dein Unternehmen ist zu klein

Stelle dir vor, du betreibst eine Arztpraxis. Oder einen Handwerksbetrieb. Du möchtest mit deinem Unternehmen in den sozialen Netzwerken präsent sein. Aber du hast weder das Know-how, die Zeit noch das Personal dafür. Das Besetzen einer Voll- oder Teilzeitstelle kommt aber auch nicht in Frage. Wenn du dich in dieser Situation befindest, bietet sich die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister an.

Social Media macht keinen Urlaub. Und bekommt auch keine Kinder.

Es lohnt sich, auf alle Eventualität vorbereitet zu sein. Am besten sondierst du proaktiv den Markt und schaust dir verschiedene Dienstleister an. Wer passt am besten zu deinen Anforderungen? Wo stimmt die Chemie? Dann kannst du schnell reagieren, wenn aus welchen Gründen auch immer Kapazitätsengpässe entstehen.

Die andere Seite der Medaille

So, jetzt hat die Gegenseite das Wort. Welche Argumente sprechen gegen die Beauftragung einer Social-Media-Agentur.

  • Ein Fan hat eine Frage, die nicht mit Hilfe der FAQs zu beantworten ist. Der externe Community Manager muss sie Information anfordern und die Antwort abstimmen. Das dauert seine Zeit. Wer eng ins Unternehmen eingebunden ist, kann schneller reagieren.
  • Der interne Social-Media-Experte kann einfach zum Smartphone greifen und spontan Content erstellen. Ein externer Dienstleister muss erst beauftragt werden. Auch hier vergeht immer einige Zeit bis zum fertigen Ergebnis.
  • Ein externer Dienstleister ist auch vom „Flurfunk“ ausgeschlossen und erlebt die Unternehmenskultur nicht hautnah mit.
  • Natürlich spielen auch finanzielle Erwägungen eine Rolle. Wenn mich der interne Social-Media-Manager 50 Euro pro Stunde kostet, der externe aber 100, muss ich das Preis-Leistungsverhältnis bewerten.
  • Social-Media-Kompetenz sollte in jedem Unternehmen vorhanden sein. Je länger dieser Bereich externalisiert wird, desto schwieriger ist es, diesen Prozess wieder umzukehren.


Wie du siehst, gibt es in dieser Frage kein pauschales Urteil. Am besten entwickelst du vor deiner Entscheidung eine ehrliche Bedarfsanalyse. Danach kannst du besser abschätzen, ob und in welchem Umfang du externe Social-Media-Dienstleistungen in Anspruch nehmen musst.